iXS DHC #6 Ilmenau

Vorschau: Absolute Abfahrt

Das sechste von insgesamt zehn Rennen des iXS Downhill Cups führt die Downhillgemeinschaft nach Ilmenau. Etwa 400 Fahrer und Fahrerinnen stehen in den Anmeldelisten, darunter auch 20 internationale Gäste.

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Die weiteste Anreise werden dabei wohl wieder Fahrer aus Südafrika haben, die seit Jahren regelmäßig in Ilmenau an den Start gehen. Ganz im Gegenteil dazu ist es das Rennen mit der kürzesten Anreise für das Organisationsteam des iXS Cups, denn Ilmenau ist deren Heimrennen. Man könnte also sagen, dass hier die Geburtsstätte der heutigen Rennserien liegt. Bereits 1996 wurde das erste Downhillrennen in der eigentlich eher für den Wintersport bekannten Stadt im Thüringer Wald ausgetragen. Eine Dekade später wurde dann der iXS German Downhill Cup ins Leben gerufen, der jedoch ab letztem Jahr mit der Schweizer Serie zum iXS Downhill Cup zusammengefasst wurde. Auch wenn man sich nicht unbedingt auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen möchte, ist doch zumindest die Absolute Abfahrt einer Würdigung angemessen, schließlich wird dieses Rennen seit Beginn an völlig ehrenamtlich und somit ohne kommerziellen Hintergrund von vielen Enthusiasten organisiert. Auch wenn die Namen des offiziellen Veranstalters öfters wechselten, anfangs war es der WSV Ilmenau, dann RAD-ART racing e.V., dann ProEventis und nun der ILRC e.V., so standen letztendlich immer die gleichen Leute dahinter.

Aber auch wenn der Blick hinter die Kulissen nicht ganz uninteressant ist, so liegt der Fokus doch auf dem sportlichen Teil und somit auf den Ergebnissen. Viele große Namen haben sich schon in der Siegerstatistik verewigt. In den Listen findet man Namen wie beispielsweise Britta Kobes, die den älteren Semestern vielleicht noch durch ihre Fernsehwerbung für eine große Versicherung in Erinnerung sein könnte. Es gab aber auch eine Zeit, da dominierten in Ilmenau immer die Holländer. Zehn Mal verließen Anneke Beerten, Bas de Bever, Gert Tholen, Gerwin Peters und Michel Kruiper den Platz als Sieger und machten es der deutschen Elite richtig schwer. Aber natürlich standen auch die ewigen Deutschen Meister der Vergangenheit auf dem Podest ganz oben, gemeint ist Antje Kramer und Marcus Klausmann, obwohl die Gewinner doch sehr oft aus anderen Ländern kamen, beispielsweise Adam Vagner (CZE), Nick Beer (SUI), Thomas Braithwaite (GBR), Nico Vink (BEL), Johann Potgieter (RSA) und Stefan Garlicki (RSA).

Thomas Braithwaite beim Europacup 2010 in Ilmenau Thomas Braithwaite beim Europacup 2010 in Ilmenau

Aber wer sind in diesem Jahr die Favoriten in den Elite Klassen? Als erstes sollte man eigentlich Benny Strasser (GER - Magura Santa Cruz) nennen, schließlich stand er schon viermal in Ilmenau ganz oben auf dem Podest, aber seit dieser Saison fährt er in der Masters Klasse und fällt damit in dieser Betrachtung raus. Ein echter Kandidat ist einer, den man nicht nur deshalb auf dem Schirm haben sollte, weil er aus Ilmenau kommt. Rick Balbierer (GER - Giant Off-Road Germany) stand schon öfter auf dem Podium, aber mit dem Sieg in Klinovec 2017 hat er den Ritterschlag bekommen und gilt somit immer als Siegesanwärter. Ähnlich hat sich Erik Irmisch (GER - Team Racing Dudes) in den Favoritenkreis gebracht, denn auch er konnte in Klinovec 2018 und 2019 glänzen und bewies damit auf einer der schwersten Strecken der Serie, dass auch ihm jederzeit ein Sieg zuzutrauen ist.

Rick Balbierer im Seeding Run 2018 an der Fankurve Rick Balbierer im Seeding Run 2018 an der Fankurve

Aber da könnte auch jemand sein, der gern den Deutschen den Sieg im eigenen Land vermiesen möchte. Johann Potgieter (RSA - Team Racing Dudes) schaffte 2011 den Eintrag in der Siegerstatistik und fuhr bei seinem zweiten Start in Ilmenau auf den dritten Rang. Aber eigentlich sind es nur Spekulationen, denn beim Downhill kann so viel passieren und die Leistungsdichte ist extrem hoch.

Johann Potgieter bei seinem letzten Besuch 2014 in Ilmenau Johann Potgieter bei seinem letzten Besuch 2014 in Ilmenau

Zusätzlich fällt in der Meldeliste ein weiterer Name besonders auf. Elisabeth Brandau (GER - Radon-EBE-racing Team) scheint für das Wochenende fremd zu gehen. Das Aushängeschild der Deutschen Cross Country Elite konnte am letzten Wochenende durch den dritten Platz im Weltcup im französischen Les Gets einmal mehr ihre Klasse beweisen und umso erstaunlicher ist es, dass die zweifache Mutter das freie Wochenende zwischen vier Weltcups und der EM nutzt, um in Ilmenau an den Start zu gehen. Mal sehen, wie sie sich bei einem reinen Bergabrennen schlägt.

Erik Irmisch am Zielsprung in den ehemaligen Schanzenauslauf Erik Irmisch am Zielsprung in den ehemaligen Schanzenauslauf

Die etwa 1500 Meter lange Strecke, die dabei 220 Höhemeter vernichtet, wurde für die 23. Ausgabe natürlich wieder modifiziert. Wie immer wurde sie einer Generalüberholung unterzogen, einige Abschnitte sind völlig neu, andere sind wieder auf alte Linien gelegt worden. Natürlich ist es auch etwas schwierig nach über zwanzig Mal im gleichen Waldstück immer noch etwas Neues zu finden, aber die Streckenbaucrew hat in diesem Jahr wieder frühzeitig angefangen und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zur Überarbeitung wurden mal wieder einige LKW-Ladungen Erde in den Wald gefahren, die in mühseliger Arbeit mit dem „Dreiseitenkipper“, also einer Schubkarre, an Ort und Stelle verbracht wurden. Seit vorletztem Jahr wird der ehemalige Schanzenauslauf wieder gerade angefahren und natürlich hat man sich in diesem Jahr erneut für die wohl spektakulärste Zieleinfahrt der Serie entschieden.

Für Kurzentschlossene haben die Organisatoren bestätigt, dass Nachmeldungen vor Ort problemlos möglich sind. Fest steht auf jeden Fall, dass sich eine Reise nach Ilmenau lohnt, ob nur zum Zuschauen oder zum Mitfahren, dass muss jeder für sich selbst entscheiden.

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