iXS European Downhill Cup #1

Racereport: Auftakt EDC in Maribor

Der erste Lauf des iXS European Downhill Cups 2014 stand diesmal im slowenischen Maribor auf dem Programm. Etwa 380 Fahrer aus 27 Nationen gingen bei durchwachsenen Bedingungen an den Start der wohl weltweit beliebtesten Strecke.

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Maribor ist definitiv etwas ganz Besonderes. Schon Ende der 90er Jahre wurden dort internationale Rennen ausgefahren und trotz einiger Pausen im großen Renngeschäft blieb der Ort immer präsent. Kaum eine andere Strecke wird so oft als Lieblingskurs von den ganz großen des Sports bezeichnet. Und natürlich sind auch die Rennen sehr besonders, schließlich befindet sich die Strecke direkt auf dem Hausberg der fast 100.000 Einwohner zählenden zweitgrößten Stadt Sloweniens. Somit hat man mit einer perfekten Strecke und unzähligen Zuschauern zwei Zutaten, die als Garant für ein perfektes Rennen gelten. Die dritte Zutat für ein unübertreffliches Rennwochenende wäre dann noch das Wetter, aber naja, zumindest hat es am Sonntag fast nicht geregnet.

Den Organisatoren wurde einiges abverlangt. Am Donnerstag näherte sich ein Unwetter mit heftigem Wind, so dass man am Freitagmorgen erst einmal die Schäden an der Rennstrecke begutachten musste, bevor man Entwarnung gab und signalisierte, dass man mit etwas Anstrengung bis zum Track Walk um 10 Uhr alles wieder hergerichtet haben wird. Es konnte also pünktlich begonnen werden und somit stand ab 12 Uhr das freie Training an. Die 2,6 Kilometer lange und 450 Höhenmeter umfassende Strecke präsentierte sich wieder einmal im perfekten Zustand. Der Untergrund war griffig, zumindest abgesehen von den offenen Wiesenkurven. Bereits im Training waren schon einige sehr schnelle Kandidaten auszumachen, unter ihnen beispielsweise Markus Pekoll (AUT - MS Mondraker), der bereits am letzten Wochenende bei einem nationalen Rennen auf dem Kurs an den Start ging und dies als perfekte Vorbereitung für den EDC Auftakt nutzte.

Samstagmorgen war dann die Reifenwahl wieder einfacher, denn es hatte die ganze Nacht hindurch geschüttet und somit war alles wieder ordentlich durchweicht. Auch wenn es ab Mittag dann nicht mehr regnete und sogar mal ab und zu blauer Himmel durch die Wolkendecke zu sehen war, die Strecke war durchgängig schlammig. Somit waren die Bedingungen für alle gleich, nur hatten eben manche mehr Spaß als andere. Pekoll ist sicherlich einer von denen, die man als Regenfahrer bezeichnen kann, auch wenn er nach eigener Aussage lieber einen trockenen Hintern hat. Trotzdem musste sich der Österreicher im Seeding Run von David Trummer (AUT - RRP Ghost) geschlagen geben. Der ehemalige Vizeweltmeister der Junioren hatte damals in Champéry schon unter Beweis gestellt, dass diese Bedingungen ihm ebenfalls liegen und auch sein 2. Platz in Maribor im letzten Jahr konnte ihn trotz seines Alters von erst 20 Jahren in den Favoritenkreis bringen. Bei den Frauen knüpfte Lokalmatadorin Zarja Cernilogar (SLO - Blackthorn-GT) da an, wo sie im letzten Jahr aufgehört hat. Souverän setzte sie ihre Konkurrentinnen mit einem Vorsprung von 10 Sekunden unter Druck und konnte bereits im ersten gezeiteten Abtasten klar machen, dass wohl sie wieder das Maß der Dinge im Cup sein würde.

Der Wetterverantwortliche am Sonntag zeigte dann doch Mitgefühl oder vielleicht hatte er auch einfach keinen Regen mehr. Wie auch immer, es blieb jedenfalls trocken und pünktlich zum Beginn des Finals zeigte sich sogar die Sonne. Los ging es wie immer mit der Masters Klasse, wo der Seriensieger des Vorjahres, Rostislav Stencel (CZE - Bikeplac Racing Team), wieder einmal nichts anbrennen lies und den erstmals in der Masters Klasse startenden Frank Hedwig (GER - RAD-ART) trotz der besseren Zwischenzeit auf den zweiten Platz verwies. Dritter wurde Christian Voigt (GER - Reichmann Engineering). Anschließend kamen die U17 Fahrer; mit folgendem Endergebnis: 1. Till Ulmenschneider (GER - Youngguns), 2. Platz Mirko Manazzale (ITA - Airoh Axo SantaCruz) 3. Platz Filip Zeman (SVK - CTM Racing Team).

In der Elite Women Klasse sorgte als erste Jirková Simona (CZE - Giant Cycling Team) mit einer richtig schnellen Zwischenzeit für Aufsehen, konnte diese aber nicht bis ins Ziel retten. Kurz danach bekam Harriet Rücknagel (GER - RAD-ART) eher ungewollte Aufmerksamkeit, denn die Dritte vom Vortag lag an der Zwischenzeit schon so weit zurück, dass sie wohl kaum noch einen Top Ten Platz einfahren konnte. Unterdessen sicherte sich Mariana Slazar (ESP - MC RACING) im Ziel die Bestzeit, an der sogar die Seeding Run Zweite Janá Bartova (CZE - Bikeplac Racing Team) scheiterte. Nur Zarja Cernilogar war dann noch auf dem Kurs, hatte aber bereits an der Zwischenzeit knapp 7 Sekunden Vorsprung auf die Zweite rausgefahren. Bis ins Ziel erhöhte sie noch um eine weitere Sekunde und sicherte sich mit einer Zeit von 4:22.645 Minuten den ersten Sieg des 2014er Europacups.

Zarja Cernilogar (SLO - Blackthorn-GT) - EDC Maribor 2014 - © Thomas Dietze Zarja Cernilogar (SLO - Blackthorn-GT) - EDC Maribor 2014 - © Thomas Dietze

Die Elite Men Klasse fing daraufhin jedoch nicht weniger aufsehenerregend an, denn gleich der erste Fahrer legte eine Zeit vor, die im Seeding Run schon an die Top 6 heranreichte. Runtergebracht hat sie Loris Rivelli (ITA - Argentina Bikes), der mit 16 Jahren jedoch noch Junior ist. Selbst der wenig später gestartete Joe Connell (GBR - SC-Intense) konnte den jungen Italiener nicht aus dem Red Bull Hot Seat vertreiben. Somit konnte dieser es sich für eine lange Zeit darin bequem machen und schon mal etwas Eigenwerbung betreiben, denn erst eine dreiviertel Stunde später wurde seine Zeit von Simone Medici (ITA - Pedroni Cycles Racing Team) unterboten. Mit 3:38.221 Minuten lag dieser bereits unter der Bestzeit de Seeding Runs, was eindeutig durch eine schnellere Strecke zu erklären war. Genau eine weitere Stunde später war es mit Martin Lebl (CZE - Krabcycles Trek) wieder ein Juniorenfahrer, der mit 3:35.813 min eine Zeit vorlegte, die auch dann noch weitere 20 Minuten als Bestzeit auf der Anzeigetafel stehen blieb. Erst Maxime Chapuis (SUI - Specialized) schien dann die Ära der langanhaltenden Bestzeiten durchbrochen zu haben. Kurz danach war es Robin Wallner (SWE - Team W-Racing) der diese Marke um eine weitere Sekunde verbessern konnte. Dann sah es so aus, als wenn Cameron Cole (NZL - Rinding Addiction) auf Bestzeitkurs wäre, denn bei ihm leuchtete das Feld der Zwischenzeit grün, er war also bis dato Schnellster dort. Im Ziel war es dann allerdings nur der momentan sechste Rang für ihn, während schon wieder eine schnelle Split-Bestzeit von Slawomir Lukasik (POL - NSbikes FroPro) angezeigt wurde. Markus Pekoll, ebenfalls schon auf der Strecke, lag an der Zwischenzeit knapp hinten, im Ziel dann Bestzeit für Lukasik. Nun fehlte also nur noch David Trummer, der Vortagesschnellste. 4 Sekunden lag er an der Zwischenzeit vorn, würde er die Nerven haben, diesen Lauf gegen eine so starke Konkurrenz runter zu bekommen. Das Wetter schien zu halten, wenige Tropfen fielen nun vom Himmel, aber nicht der Rede wert, außer vielleicht der stark zunehmende Wind. Doch schon als er oben auf der Wiese zu sehen war, war klar, das würde reichen, nur noch ein paar Meter, dann blieb die Uhr mit einer unglaublichen Zeit von 3:30.148 min stehen. Knapp 4 Sekunden schneller als Lukasik. Damit war die Podestverteilung des ersten iXS Europacups 2014 klar, David Trummer sicherte sich seinen ersten ernstzunehmenden Sieg. Slawomir Lukasik zeigt nach dem Sieg in Pila 2013 mit diesem zweiten Platz eindrucksvoll seine Qualität. Dritter wurde Robin Wallner, der damit bereits zum 5. Mal auf einem Podest des iXS EDC stand. Keine zwei Minuten nach dem letzten Zieleinlauf öffnete der Himmel seine Schleusen und es schüttete wie aus Eimern.

Damit ist es offiziell, die Saison ist endgültig angelaufen, die ersten Punkte für die Gesamtwertung wurden vergeben, noch weitere 6 EDC Rennen stehen auf dem Programm. Als nächstes steht ein weiterer Klassiker an, denn in 5 Wochen geht es ins österreichische Schladming. Auch als Zuschauer wird sich die Reise lohnen, denn ein Blick auf die Teilnehmerliste verrät schon jetzt, das wird ein wahres Highlight der Saison.

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