Rennbericht: iXS EDC #4 2021

Yankova und Botteram sind Seriensieger

Nach vier Rennen ist der iXS European Downhill Cup 2021 nun bereits wieder vorbei. Nach einem erneuten harten Wettbewerb am vergangenen Wochenende im tschechischen Spicak verließen Izabela Yankova und Tristan Botteram den Platz mit dem prestigeträchtigen Seriensieg.

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Zugegebenermaßen ist das diesjährige Ende der Saison des iXS European Downhill Cups schon ziemlich früh. Angesichts der aktuellen Situation und der unsicheren Prognose der näheren Zukunft erscheint diese Planung aber durchaus Sinn zu machen. Aufgrund des verspäteten Starts der Saison und den Schwierigkeiten der aktuellen Zeit gab es in diesem Jahr nur vier Rennen des Europacups, was jedoch das Niveau und den Stellenwert der Serie keineswegs schmälern soll. Los ging es Ende Juni im österreichischen Brandnertal, bevor es dann vier Wochen später in Pila, Italien, weiterging. Mit einem wirklichen Highlight eröffnete dann der dritte Lauf der Serie den Downhill-Triple im slowenischen Maribor, bei dem auf das Rennen des Europacups die Europäische Meisterschaft und ein Weltcuprennen folgte.

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Die Strecke

Nun stand also Spicak in der Tschechischen Republik als Saisonabschluss auf dem Programm und damit gastierte die Serie bei ihrem ältesten Mitglied. Bereits seit 2010 kehrt der iXS European Downhill Cup im Böhmerwald ein und hat dort schon viele Geschichten auf und neben der Rennstrecke erlebt. Jahr für Jahr wird der Struggle-Trail mit einer Gesamtlänge von 1.800 Metern und 320 Höhenmetern in einen race-tauglichen Kurs verwandelt. Klar ist die Strecke nicht die allerlängste, aber allein schon der wechselnde Untergrund aus Felsen, Steinen, Waldboden und Wurzelpassagen liefert einen hohen Anspruch.

Wurzel und Steine, soweit das Auge reicht © Rick Schubert Wurzel und Steine, soweit das Auge reicht © Rick Schubert

Los ging es wie immer am Freitag mit dem Track Walk, wobei die meisten Anwesenden bereits aus der Vergangenheit wussten, auf was sie sich einlassen werden. Aber natürlich gab es auch einige, die zum ersten Mal dem Bikepark an der tschechisch-deutschen Grenze einen Besuch abstatteten und wenn man diese fragte, so war da doch schon etwas Respekt vor dem Schauplatz des Wettbewerbs. Das anschließende Training wurde dann wieder ausgiebig genutzt, um sich den Bedingungen anzupassen und sich eine renntaugliche Linie anzugewöhnen. Das Wetter spielte mal wieder mit und präsentiert sich wohltemperiert und trocken.

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Tag der Qualifikation

Der Samstag zeigte sich dann auch wieder von seiner besten Seite und mit der Qualifikation wurde dann deutlich, wer alles Ambitionen auf den Sieg hatte. Aber auch neben der Rennstrecke gab es einige Informationen, die den Ausgang des Rennens und sogar den potenziellen Seriensieg beeinflussten. Der Schweizer Noel Niederberger war nämlich nicht ganz gesund angereist und seine Hoffnung auf Besserung des Zustands bestätigten sich nicht. Nachdem er am Freitag sein Wohnmobil nicht verließ, musste er sich auch am Samstag geschlagen geben und somit musste er den fast schon sicher geglaubten Sieg der Gesamtwertung anderen überlassen.

In der Elite Women Klasse machte Izabela Yankova (BUL - Riders United), was man von ihr erwartete und legte die Bestzeit mit 3:41.967 Minuten und knapp 16 Sekunden Vorsprung hin. Damit war ihr der Seriensieg sicher und das Ergebnis des Finales nur noch Makulatur. In der Elite Men Klasse war es Johannes Fischbach (GER - Raymon Racing), der mit den harten Bedingungen am besten zu recht kam. Der ehemalige Fourcrosser brauchte 3:02.778 Minuten für den Kurs. Jedoch brachten sich dahinter einige in Stellung, um im Final die notwendigen Punkte für das Serienpodest zu bekommen.

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Finalrennen

Der Sonntag war erneut mit bestem Wetter ausgestattet und so langsam hatte sich das Teilnehmerfeld an die Strecke gewöhnt. Im morgendlichen Training wurden nochmal die letzten Änderungen an der Linienwahl trainiert, bevor es kurz nach dem Mittag mit den Finalläufen losging.

Wie immer ging als erste Klasse die Pro Masters Kategorie auf den Kurs, die jedoch diesmal zahlenmäßig ziemlich gering besetzt war. Gewonnen hat am Ende Billy Caroli (SUI - Fabien bike tramelan) vor Vizeeuropameister Frank Hedwig (GER - RAD-ART) und Christian Domanegg (ITA - MTB-Raceshop.ch).

In der Klasse U17 male bestätigte trotz schlechtem Quali-Ergebnis Christian Hauser (ITA - 3stars - Alessibici) seine Saisonleistung und sicherte sich mit seinem zweiten Tagessieg auch die Führung in der Gesamtwertung. Zweiter beim Rennen in Spicak wurde Henri Kiefer (GER), gefolgt von Samu Kauppinen (FIN - Pyorahuolto.com), der damit auch den zweiten Rang in der Serienwertung erreichte.

Christian Hauser beendete nach seinem Sieg in Pila erneut ein Europacup-Rennen als Sieger © Rick Schubert Christian Hauser beendete nach seinem Sieg in Pila erneut ein Europacup-Rennen als Sieger © Rick Schubert

Bei der Klasse Elite Women gab es keine größere Überraschung. Izabela Yankova fuhr souverän den Tagessieg ein und ging am Ende als Seriensiegerin vom Platz. Zweite des Finales wurde Justine Welzel (GER), die sich damit noch auf den zweiten Rang der Gesamtwertung vorschieben konnte. Dritte in der Tageswertung wurde die zwanzigjährige Marlena Neissl (AUT), die damit schon das zweite Mal in dieser Saison auf sich aufmerksam machen konnte.

Izabela Yankova startet bereits in der Elite Klasse, obwohl sie eigentlich noch Juniorin ist © Rick Schubert Izabela Yankova startet bereits in der Elite Klasse, obwohl sie eigentlich noch Juniorin ist © Rick Schubert

In der Juniorenklasse setzte sich, wie schon am Vortag, Dylan Maples (USA - Commencal) durch. Der junge Amerikaner gewann damit erstmalig ein internationales Rennen und damit auch gleich noch die Serienwertung. Das Podest des Tagesergebnisses komplettierten Andrea Scalcon (ITA - 3stars - Alessibici) und David Cvinger (CZE - ORE MTB Racing Team).

Dylan Maples zeigte schon mit dem zweiten Rang in Brandnertal seine Qualität © Rick Schubert Dylan Maples zeigte schon mit dem zweiten Rang in Brandnertal seine Qualität © Rick Schubert

In der Elite Men Klasse sah das Rennen jedoch schon spannender aus. Podiumsanwärter gab es einige und durch die Abwesenheit von Niederberger war auch im Gesamtklassement noch alles offen. Die größte Chance auf den Seriensieg hatte Onni Rainio (FIN - Saracen SportSource), der jedoch am Ende nur den 18. Rang im Super Final erreichte und somit nicht nach dem Titel greifen konnte.

Tristan Botteram während seines Rennlaufes im Super Final © Rick Schubert Tristan Botteram während seines Rennlaufes im Super Final © Rick Schubert

Als nächster in der Liste der Anwesenden und aussichtsreich Platzierten stand Tristan Botteram (NED - Canyon CLLCTV) und tatsächlich nutzte dieser die Chance. Mit einer Zeit von 3:04.847 Minuten erkämpfte er sich den Sieg mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur zwölf Tausendstelsekunden. In seinem dritten Elite-Jahr konnte er erstmalig ein Rennen gewinnen und schaffte damit den Sprung auf die oberste Stufe des Podests der Serienwertung. Adam Rojcek (SVK - Banshee Racing Brigade) wurde Zweiter des Rennens, gefolgt von Austin Dooley (USA - Commencal) mit nur weiteren drei Tausendstelsekunden Rückstand. Und auch der als Viertplatzierter aufgeführte Johannes Fischbach lag nur um weitere sechs Tausendstel zurück, was wohl eines der knappsten Podestverteilungen in der Geschichte des Downhilsports gewesen sein dürfte. Fünfter des Rennens wurde Rastislav Baranek (SVK - Kellys Factory Team), dem dieses Ergebnis reichte, um hinter Niederberger auf dem dritten Rang der Serienwertung die Saison beendete.

Elite Men Podium - Fischbach, Rojcek, Botteram, Dooley, Baranek (v.l.n.r.) © Rick Schubert Elite Men Podium - Fischbach, Rojcek, Botteram, Dooley, Baranek (v.l.n.r.) © Rick Schubert

Spicak hat auf jeden Fall in dieser schwierigen Zeit die Fahne des Downhill-Sports hochgehalten und den Anwesenden aus immerhin 21 Nationen ein hochkarätiges Rennen geboten. Man darf gespannt sein, wie viele Rennen in dieser Saison noch möglich sein werden.

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