Rennbericht: iXS EDC #1 Brandnertal

Scarsi und Niederberger gewinnen das Auftaktrennen

Der erste Stopp des iXS European Downhill Cups ist nun Geschichte und somit ist die lange Durststrecke durchbrochen. Als Sieger der Elite Klassen verewigten sich im österreichischen Brandnertal Gloria Scarsi und Noel Niederberger.

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Nachdem aus bekannten Gründen der Europacup im vergangenen Jahr pausieren musste, konnte er am zurückliegenden Wochenende nun endlich wieder loslegen. Mit etwas Verspätung begann nun die 2021er Saison und nachdem der Rennkalender einige Male über den Haufen geworfen werden musste, stand nun Brandnertal erstmalig als Auftaktveranstaltung auf der Agenda. So ganz schlecht schien diese Wahl auch nicht zu sein, schließlich hatte sich bei der Austragung am Saisonende in der Vergangenheit doch öfters das Wetter von seiner schlechten Seite gezeigt.

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Die Eckdaten

Die Teilnehmerzahl war natürlich nach so einer langen Abstinenz der Serie auch sehr ordentlich. 240 Athleten und Athletinnen aus insgesamt 28 Nationen waren angereist, um auf der anspruchsvollen Strecke mit dem bezeichnenden Namen Tschack Norris gegen die Uhr anzutreten. Es galt 2.300 Meter mit 300 Metern Höhenunterschied zu bezwingen, was insbesondere am Freitag bei Nassen Bedingungen eine beachtliche Ausgabe war. Trotz der unzählig glatten Wurzeln lieferte der Kurs auch einige Abschnitte, die den Spaßfaktor enorm anheben konnten, nicht zuletzt der neue Teil mit perfekt geshapten Sprüngen.

Onni Rainio - EDC Brandnertal 2021.JPGOnni Rainio - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

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Der Freitag

Das Wochenende begann für die meisten mit dem Aufbau der Pits bevor am Freitagmorgen die Startnummern abgeholt werden konnten. Leider führten die Maßnahmen hinsichtlich der pandemischen Einschränkungen zu einer etwas längeren Prozedur, was sich auch in der Wartezeit bemerkbar machte. Nachdem diese Geduldsprobe absolviert war, ging es zum Track Walk und anschließend zur ersten Trainingssession. Die Strecke trocknete langsam ab und somit kam auch im Teilnehmerfeld der Speed.

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Qualifikation

Der Samstag begann dann freundlicher bei trockenen Verhältnissen mit strahlend blauem Himmel. Auf dem Programm stand erneut genug Zeit zum Trainieren, bevor es dann am Nachmittag erstmalig ernst wurde. Die Qualifikation war der erste Gradmesser, wie der aktuelle Leistungsstand eines jeden im Vergleich zur Konkurrenz war. Es offenbarte sich, dass es wohl ein extrem spannendes Finale werden würde, denn in vielen Klassen gab es einige Anwärter auf das Podest. Und wer in letzter Zeit die Serien gerade im Nachwuchsbereich verfolgt hat, dem sind beispielsweise im Rookies Cup häufig Namen begegnet, die sich nun im Europacup wieder fanden. Diese zweifelsfrei sehr talentierten jungen Sportler gingen mit einem gehörigen Vorsprung an Rennerfahrung in diese Serie und mussten sich nun gegen ein noch größeres internationales Feld behaupten. Eines können wir an dieser Stelle schon einmal vorwegnehmen, das Duell Kiefer gegen Huter ging auch in dieser Serie weiter. Letztendlich waren es Davide Palazzari (ITA - Rogue Racing After Skull) und Izabela Yankova (BUL - Riders United), die in den Eliteklassen die Bestzeiten vorlegten und somit die Messlatte recht hoch legten. Die Besonderheit dieser Serie ist das Super Final, für die sich die besten 30 Elite Men Fahrer qualifizierten und unter diesen alleinig der Rennsieg am Sonntag ausgetragen wurde. Aus diesem Grund war es bereits am Samstag ziemlich spannend, weil es für viele gerade um diese erste Hürde ging.

Davide Palazzari - EDC Brandnertal 2021_1.JPGDavide Palazzari - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

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Der Finaltag

Nun stand also der Finaltag an und wieder waren die Bedingungen dem Anlass entsprechend. Für Brandnertal scheint eine frühe Terminwahl wohl durchaus sinnvoll, schließlich kann sich der Bikepark und die Region bei sommerlichen Verhältnissen wesentlich besser präsentieren und für einen erneuten Besuch empfehlen. Los ging es nach dem morgendlichen Training ab dem Mittag mit den Finalläufen.

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Wie üblich eröffneten die Pro Masters das Rennen. Billy Caroli (SUI - Fabien bike tramelan) verdrängte mit knappem Vorsprung den Qualifikationsschnellsten Benjamin Herold (GER - TNT Racing) auf Platz zwei, während Dominik Widmer (SUI - Biroma Team) am Ende das Podest vervollständigte.

Als nächste Klasse waren die weiblichen Nachwuchssportlerinnen an der Reihe und rangierten sich in folgender Reihenfolge in der Ergebnisliste ein: Vanesa Petrovska (SVK - Deem Racing Team) auf eins, Sofia Priori Viale (ITA - Ponente Gravity Team) auf zwei, Sophie Onions (SUI - Arosa Bike) auf dem dritten Rang.

In der Klasse U17 male ging als Qualifikationsgewinner Henri Kiefer (GER) als Letzter auf den Kurs und legte auch an der Zwischenzeit eine neue Bestzeit vor. Bis ins Ziel jedoch verlor er irgendwie noch etwas Zeit auf seinen ewigen Rivalen Mike Huter (SUI - Gamux Factory Racing), der dadurch mit unglaublichen sieben Tausendstelsekunden den Sieg für sich verbuchen konnte. Dritter wurde Tegan Cruz (CAN - RockShox Trek Race Team), der die Saison hier in Europa verbringt und von seinem Team mit viel Engagement langsam für größere Aufgaben vorbereitet wird.

Tegan Cruz - EDC Brandnertal 2021.JPG Tegan Cruz - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

Die Klasse U19 female wurde an diesem Wochenende von Anastasia Thiele (GER - Pivot Cycles) dominiert, die sich durchaus mit ihrer Zeit von 3:28.199 Minuten auch einmal mit den Elite Women vergleichen konnte, wäre sie doch immerhin dort Siebte geworden. Auf den zweiten Platz fuhr Anouk Arendt (GER - BSS Devo Team), gefolgt von Marlen Hassfeld (GER - SC Korb).

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Elite Women

Richtig spannend wurde es wieder bei der mit 15 Fahrerinnen besetzten Elite Women Klasse. Die am Vortag als Schnellste klassifizierte Izabela Yankova war eigentlich noch Juniorin, entschied sich jedoch für einen Start in der Elite Klasse und zeigte mit dem Qualiergebnis, dass sie da nicht zu hoch gepokert hat. Nun war also die Frage, ob sie auch im Finale dem Druck standhalten würde. Die Zwischenzeit offenbarte bei ihr ein Minus von sechs Zehntelsekunden, was sie also „nur“ noch ins Ziel retten musste. Allerdings konnte die junge Bulgarin diesen hauchdünnen Vorsprung nicht bewahren, sondern setzte sich mit etwas mehr als einer Sekunde Rückstand auf den zweiten Platz. Dies reichte ihr somit nicht zum absolut perfekten Ergebnis, aber im ersten Elite Rennen sollte ein zweiter Rang wohl mehr als zufrieden stellen.

Izabela Yankova - EDC Brandnertal 2021.JPGIzabela Yankova - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

Als Siegerin des Saisonauftakts verewigte sich Gloria Scarsi (ITA - Team Marchisio bici), die im Downhill-Bereich bisher kaum in Erscheinung getreten ist. Die nur 20-jährige Italienerin hatte bisher nur den vierten Platz der Nationalen Meisterschaft 2020 vorzuweisen, jedoch war sie in ihrer Jugend durchaus erfolgreich auf dem Rennrad und im Bahnradsport. Der Sieg beweist also ihre technischen Fähigkeiten und es ist zu hoffen, dass sie häufiger Gast im Gravitybereich sein wird.

Interview Scarsi - EDC Brandnertal 2021.JPGGloria Scarsi - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

Dritte wurde Alia Marcellini (ITA - ASD Camping Arizona), die mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden war, schließlich ging sie nach einem Crash von Leogang immer noch mit einer lädierten Schulter an den Start und fühlte sich somit nicht im Vollbesitz ihrer körperlichen Fitness. Ein weiterer Name im Elite Women Feld viel noch auf, denn Ramona Laura Kupferschmied (SUI - Swiss MTB Pro Team) war ehemalige Nachwuchshoffnung der Schweizer Cross Country Szene und sattelte in dieser Saison in die abfahrtslastigere Disziplin um. In ihrem nun dritten Downhillrennen erreichte sie den zehnten Platz, was ihr sicherlich eine realistische Einordnung im internationalen Vergleich lieferte. Einmal mehr zeigt sich an dieser Stelle, dass der Europacup eine Talentschmiede für die zukünftige Weltelite ist und bestätigt das Verständnis, als Bindeglied zwischen nationalen Rennen und dem Weltcup zu agieren.

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Junioren

In der anschließenden Juniorenklasse der männlichen U19 ließen sich die Europäer die Butter vom Brot nehmen. Auf den Plätzen eins bis drei reihten sich einschließlich Athleten ein, die über den großen Teich hatten anreisen müssen. Sieger wurde Remy Meier-Smith (AUS), der mit einer Zeit von 2:45.190 Minuten ganze vier Sekunden Vorsprung auf die beiden US-Amerikaner Dylan Maples (Commencal USA) und Colin McElyea seine Klasse bewies.

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Elite Men Super Final

Der letzte Wettbewerb war dann wie gewohnt das Super Final der Elite Men. Als Erster setzte sich mit einer ernstzunehmenden Zeit von 2:43.676 Minuten Adam Rojcek (SVK - Banshee Racing Brigade) auf den Red Bull Hot Seat. Anschließend kam Henry Kerr (GBR - Propain Factory Racing), der um 1.7 Zehntelsekunden unterbot und damit schon ganze vier Sekunden unter der Bestzeit des Vortages lag. Als siebendletzter kam dann Austin Dooley (USA - Commencal), der sich zwischen die beiden schob und damit bewies, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen war. Die nächsten beiden Starter konnten nicht beim Ergebnis mitreden, allerdings rollte dann Noel Niederberger (SUI - Privateer Powered by Bike Tech) über die Ziellinie und die Anzeigetafel zeigte eine Zeit von 2:41.632 Minuten und ein grünes Minus von 15 Hundertstel an.

Noel Niederberger - EDC Brandnertal 2021 Noel Niederberger - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

Nun waren also nur noch drei Fahrer ausstehend. Ronan Dunne (IRL - Continental Nukeproof Racing) hatte die schnellste Zwischenzeit, jedoch im Ziel einen kleinen Rückstand auf Niederberger. Im nächsten Moment flog Dante Silva (USA - Canyon) über den Sprung kurz vor dem Ziel und einzig die Anzeigetafel konnte darstellen, dass es wegen acht Zehnteln nicht gereicht hatte. Jetzt fehlte also nur noch der Vortagesschnellste Davide Palazzari, der an der Zwischenzeit nur zwei Zehntel hinten lag. Würde er die nötigen Nerven haben und in der unteren Hälfte noch den Rückstand aufholen können? Er fuhr über die Ziellinie und es war weniger als ein Wimpernschlag, was ihm fehlte. Mit knapp neun Hundertstelsekunden Rückstand reihte er sich auf dem zweiten Platz hinter dem Schweizer ein. Somit stand das Podest fest, Niederberger auf Platz eins, Palazzari auf Rang zwei und Dunne auf dem dritten Platz, gefolgt von Kerr und Silva. Im Übrigen landeten die Top sechs alle innerhalb von einer Sekunde, was die extreme Leistungsdichte unterstrich. Solch spannende Rennen machen den Downhillsport aus!

Awards Elite Men - EDC Brandnertal 2021 Awards Elite Men - EDC #1 Brandnertal 2021 © Rick Schubert

Es ist sehr schön, dass nun endlich wieder etwas Normalität einkehren kann und dass nun auch die verschiedenen Rennserien ausgetragen werden können. Brandnertal hat ein absolut würdiges Rennen für den Auftakt des Europacups geliefert und trotz, dass es in diesem Jahr nur insgesamt vier Stopps sein können, wird es ein aufregender Wettbewerb um die Gesamtwertung. Als nächstes Rennen steht das italienische Pila in vier Wochen im Kalender.

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