iXS SDC #2 / Schweizer Meisterschaft

Rennbericht: Titelkämpfe in Wiriehorn

Wiriehorn bot wieder einmal ein actiongeladenes Wochenende mit dem einen oder anderen aufregenden Moment. Bei besten Bedingungen wurden die Meistertitel vergeben und damit tragen nun Carina Cappellari und Lutz Weber die begehrten Trikots.

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Nachdem der iXS Swiss Downhill Cup recht spät in die Saison gestartet ist, läuft er nun auf Hochtouren, denn die letzten beiden Augustwochenenden liefern gleich ein Doppelpack an Rennen. Den Auftakt dazu machte nun Wiriehorn, wo bereits zum 13. Mal ein Downhill Rennen organisiert wurde. Schon 2003, im ersten Jahr des iXS Cups, gehörte der der Ort im Diemtigtal dazu und ist somit der am längsten amtierende Austragungsort des Schweizer Rennkalenders.Immer schon war er Mitglied in der iXS Serie, zudem wurden hier schon Rennen der Schweizer Meisterschaft oder aber auch 2013 ein Stopp des Europacups ausgefahren. In diesem Jahr war es dann wieder etwas Besonderes, denn Swiss Cycling hat dem ausrichtenden Verein Hot-Trail erneut den Zuschlag für die Schweizer Meisterschaft erteilt und somit war es das wichtigste Rennen der nationalen Szene.

Top View - SDC Wiriehorn 2017.JPG

Das Team von Hot-Trail hat wieder ganze Arbeit geleistet und den 2,8 Kilometer langen Kurs mit über 400 Höhenmetern perfekt für das Rennen vorbereitet. Der Freitag empfing die Teilnehmer mit optimalen Bedingungen. Nach dem Track Walk, der im Vergleich zu den deutschen Rennen etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt und eher eine Wanderung als ein Spaziergang ist, stand das freie Training auf dem Programm.

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Der Freitag mit einem heftigen Ende

Vier Stunden lang hatten die Teilnehmer Zeit, sich den Kurs einzuprägen und die schnellsten Linien zu finden. Etwa 250 Athleten aus 13 Nationen hatten sich zu dem Anlass eingefunden. Im Anschluss folgte dann die erste Überraschung des Wochenendes, eine auf die man allerdings gern verzichtet hätte. Ein orkanartiger Sturm fegte über den Veranstaltungsort und hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Arch Down - SDC Wiriehorn 2017.JPG

Zelte wurde weggeweht und vom Zielbereich stand am Ende auch nicht mehr allzu viel. Somit musste man ein paar extra Stunden Arbeit reinstecken, um dann am Samstagmorgen wieder beginnen zu können, als wäre nichts gewesen.

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Basil Weber und Carina Cappellari sind Seeding Run Schnellste

Der Samstag startete dann mit einem wolkenverhangenen Himmel und etwas Nebel. Die Strecke konnte die Nässe gut verkraften und somit war die Aufgabe der Athleten, die ausgesuchten Linien zu festigen und den nötigen Speed aufzubauen. Das Wetter besserte sich zusehends, bis irgendwann blauer Himmel zum Vorschein kam. Nach dem Mittag ging es dann mit dem Seeding Run erstmals um die gefahrene Zeit auf dem Kurs. In der Vergangenheit war es bei Schweizer Rennen oft die Frage, ob die Einheimischen sich gegen die starke ausländische Konkurrenz behaupten kann. Dieses Mal war jedoch der Anteil der Athleten aus dem Ausland nicht ganz so groß und somit waren es eher die Schweizer, auf die alle Augen gerichtet waren. In der Elite Men Klasse war es Basil Weber (SUI - Team Project), der die Bestzeit mit 3:54.033 Minuten herunterbrachte.

Basil Weber sicherte sich den letzten Startplatz im Finale Basil Weber sicherte sich den letzten Startplatz im Finale

Aber auch Lutz Weber (SUI - NS Bikes Factory Racing), Noel Niederberger (SUI - NS Bikes Factory Racing) und Felix Klee (SUI - Team Project) waren nicht weit weg und galten damit ebenso als Favoriten. Schnellste Frau des Tages war Carina Cappellari (SUI - NS Bikes Factory Racing), die mit über 4 Sekunden Vorsprung der 2016er Meisterin Lea Rutz (SUI - iXS Gravity Union) wohl ein etwas mulmiges Gefühl verschaffte.

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Sonntag war Meisterschaftstag

Der große Tag war dann also der Sonntag, denn diesmal ging es um mehr, als den simplen Tagessieg und die wertvollen Punkte für die Swiss Cup-Wertung. Diesmal ging es darum, mit diesem einen Lauf, dem einen Ergebnis einen Titel zu bekommen, der ein Jahr lang anhält und auch danach noch ausstrahlt. Wer in diesem Rennen der oder die Schnellste ist, reiht sich dann ein in die Liste der Schweizer Meister. Dort finden sich unter anderem Namen wie Claudio Caluori, Nick Beer, Marielle Saner oder Emilie Siegenthaler, was die Wertigkeit dieses Titels wohl nochmals unterstreicht. Das Wetter zeigte sich schon von morgens an meisterschaftswürdig und somit stand dem bedeutendsten Rennen der Saison nichts mehr im Weg. Wie schon in Schönried lieferte Upstream Media wieder Livebilder aus dem Zielbereich, so dass das Rennen auch von Zuhause aus gut zu verfolgen war.

Los ging es wie immer mit der Open Kategorie, bevor dann die Masters als erste lizenzierte Klasse an der Reihe war. Schnellster war Samuel Zbinden, der im Übrigen bereits im Jahr 2002, also vor 15 Jahren, Schweizer Meister der Elite Men Klasse war. Fabian Buschor (SUI - RSF) und Martin Kägi (SUI) komplettierten das Podium.

In der im Anschluss gestarteten Klasse U17 kann man schon von einer wirklichen Dominanz reden und nur hoffen, dass sich die anderen Teilnehmer nicht entmutigen lassen. Janosch Klaus (SUI - Team Project) machte da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte, egal in welchem Cup. Denn sieht man sich die Ergebnisse des aus der Nähe von Zürich stammenden 16-Jährigen an, so sieht man in der jüngeren Vergangenheit nur Siege, sowohl im Swiss Cup, als auch im German Cup und sogar im Europacup. Das Nachwuchstalent brauchte diesmal für den Kurs 3:56.979 Minuten, was in der nächsthöheren Klasse auch für den Sieg gereicht hätte, in der Elite Klasse zudem für ein Top Ten Resultat genügt hätte und in seiner Kategorie ihm knapp 20 Sekunden Vorsprung einbrachte. Hinter ihm reihten sich Benjamin Beck (GER - BBS Youth Syndicate) und Samuel Willimann (SUI - Schmid Velosport Aarau Rohr) ein.

Janosch Klaus scheint eine großartige Zukunft vor sich zu haben Janosch Klaus scheint eine großartige Zukunft vor sich zu haben

Die U19 Klasse sorgte beim ausrichtenden Verein für Begeisterung. Auf den Plätzen eins bis drei rangierten am Ende nur Fahrer von Hot-Trail Racing, so dass der Nachwuchs wohl gesichert sein dürfte. Thomas Ryser, Vorzeigeathlet und langjähriger Protagonist des Vereins, war sichtlich Stolz und konnte somit sicherlich seine Holzmedaille gut verkraften. Auf der obersten Podeststufe landete Luca Henzi, gefolgt von Pascal Reusser und Elia Saurer.

Pascal Reusser und Elia Saurer im Training Pascal Reusser und Elia Saurer im Training

In der Elite Women Klasse gingen zwar leider nur sechs Fahrerinnen an den Start und mit der Abstinenz von Emilie Siegenthaler fehlte auch eine der größten Favoritinnen, aber geschenkt wurde sich hier trotzdem nichts. Leider hatten zwei der Damen Probleme mit platten Reifen, aber das erwartete Duell zwischen der letztjährigen Meisterin Lea Rutz und der Vortagesschnellsten Carina Cappellari war an Spannung kaum zu übertreffen. Am Ende hatte Cappellari mit einer Zeit von 4:27.662 Minuten einen ganz knappen Vorsprung von acht Zehntelsekunden und kann somit den Titel für sich beanspruchen. Dritte wurde Alexandra Wohlgensinger (SUI).

Podium Elite Women Podium Elite Women

Die letzte Klasse war natürlich die Elite Men Kategorie, in der sich bereits am Vortag ein Teamduell zwischen Team Project und NS Bike Factory Racing angedeutet hatte. Nachdem das Duell im Seeding Run noch für Basil Weber vom Team Project ausging, war es diesmal Lutz Weber der die Nerven behielt und seinen Meisterschaftstitel von 2016 um ein weiteres Jahr verlängerte. Der 24-Jährige aus Laax absolvierte die Strecke in 3:47.518 Minuten, dem Basil Weber einfach nichts entgegensetzen konnte. Mit etwa einer Sekunde Rückstand musste er sich am Ende mit dem zweiten Rang zufriedengeben, wodurch er jedoch immerhin den Doppelerfolg vom NS Bikes Factory Team noch zu verhindern wusste. Dritter wurde Noel Niederberger, der zwar beim Serienauftakt in Schönried den Sieg einfahren konnte und auch schon mal 2014 einen Europacup gewinnen konnte, aber augenscheinlich meist hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

Das NS Factory Racing Team feiert den Sieg Das NS Factory Racing Team feiert den Sieg

Wiriehorn war wieder einmal ein Fest und ist immer eine Reise wert. Der iXS Swiss Downhill Cup gönnt sich diesmal nun keine Pause und zieht direkt weiter in den schönen Walliser Ort Verbier, wo am kommenden Wochenende der dritte Lauf auf dem Programm steht.

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