Ein Rückblick in die Geschichte

Deutsche Meisterschaft Downhill

Seit 1993 wird die Deutsche Meisterschaft im Bereich Mountainbike Downhill jetzt schon ausgetragen. Das heißt, in diesem Jahr findet das wichtigste Rennen der nationalen Abfahrtsszene zum 23. Mal statt und dies bereits zum dritten Mal in der Geschichte in Todtnau.

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Marcus Klausmann bei seinem Sieg 2013 in Bad Wildbad Marcus Klausmann bei seinem Sieg 2013 in Bad Wildbad

Die Deutsche Meisterschaft steht vor der Tür und dies ist Grund genug die vergangenen Jahre wieder einmal Revue passieren zu lassen, denn wer kann sich noch an die Titelträger oder gar an die Austragungsorte erinnern. Schon vor zwei Jahren veröffentlichten wir diesen nun aktualisierten Artikel, aber sicherlich gibt es einige, die ihn damals nicht gelesen hatten oder den mit vielen Informationen versehenen Beitrag längst wieder aus den Katakomben des Gedächtnissen verbannt haben.

Los ging es also im Jahr 1993 in Mayen. Es war gleichzeitig das erste Jahr in dem ein Downhill Weltcup ausgetragen wurde. Drei Jahre zuvor gab es aber schon in Durango/USA die erste Weltmeisterschaft der noch jungen Disziplin. Eigentlich war Deutschland also gar nicht so spät dran. Anfang der neunziger Jahre war wohl in Eifa das erste richtige deutsche Downhill Rennen. Bei der ersten DM gingen schon etwa 400 Teilnehmer an den Start. Gewinnen konnten Jürgen Sprich (Scott) und Hedda zu Putlitz (Schwalbe Racing Team). Das Equipment hatte wenig damit zu tun, was man heute auf den Rennen sieht, eigentlich waren es normale CC-Bikes, aber auch die über 5 Kilometer lange und 300 Höhenmeter umfassende Strecke war eher auf abschüssigen Waldwegen angelegt. In den darauffolgenden Jahren machte die DM Station in Hallenberg-Liesen, Gammelsbach und Tabarz. Kein geringer als Jürgen Beneke (Schwinn) sicherte sich dreimal hintereinander den Sieg, was allerdings wenig überraschte, hatte er doch bereits 1993 die Weltcup Gesamtwertung für sich entscheiden können. Auch Regina Stiefl (später für Fiat Rotwild) gewann 1993 den Gesamtweltcup und konnte sich in den darauffolgenden Jahren ebenfalls Deutsche Meisterin nennen. Am Ende machte sie noch einen Abstecher von den Bikemagazinen zum Playboy, bevor 1999 Maren Jüllich (Mongoose) und anschließend Britta Kobes ihr den Meistertitel streitig machten. Britta Kobes war damals für Wheeler unterwegs und manch einer könnte sie noch aus der Fernsehwerbung für eine Bank kennen. Unter dem Slogan „Wir machen den Weg frei“ ist die Frau mit den Rastas damals über eine Schlucht gefahren.

Von 1997 bis 2000 konnte Marcus Klausmann (Sintesi, Be One, Hot Chili) seine ersten Titel einsammeln, nachdem er vorher bereits zweimal Deutscher Meister der Junioren war und 1996 auf einem Hot Chili sogar sein erstes und einziges Weltcup Rennen gewinnen konnte. Übrigens sicherte er sich auch 1995 in Kirchzarten den Vizeweltmeistertitel! Ausgetragen wurden die Rennen in Bühlertal, Todtnau, Elkeringhausen und Tabarz.

2001 wurde erstmalig die Meisterschaft in Bad Wildbad ausgetragen und sollte bis einschließlich 2013 noch sechs weitere Male in den Kurort im Schwarzwald zurückkehren. Marcus Klausmann konnte bei der Premiere in Bad Wildbad seinen Titel jedoch nicht verteidigen und musste nach mehreren Stürzen Stefan Kudella (Fiat Rotwild) mit einem knappen Vorsprung den Vortritt lassen. Auch Christiane Rumpf (Team Ancillotti/Rohloff) konnte 2001 einmalig den Titel holen, musste sich aber in den folgenden Jahren immer als Zweite zufrieden geben. Ähnlich erging es in der nicht ganz so weit zurückliegenden Vergangenheit auch Frank Schneider (Nicolai) und Andreas Sieber (erst Solid, dann Radon), die sich gefühlter Maßen mit dem Vizetitel abwechselten.

Frank Schneider war insgesamt 6 Mal auf dem Podest bei einer DM, aber eben nie ganz oben. Frank Schneider war insgesamt 6 Mal auf dem Podest bei einer DM, aber eben nie ganz oben.

Im Jahr 2002 setzte Klausmann seine Titelserie fort und bewies, dass Bad Wildbad seine Strecke ist. In der Frauen Kategorie konnte sich Sonja Granzow (Power Flower) zumindest für ein Jahr den bewährten Titel holen. Anschließend wurde es rückblickend allerdings etwas eintönig, denn Antje Kramer abonnierte bis 2009 den Titel und war somit 7 Mal hintereinander verdiente Deutsche Meisterin (anfangs für Zonenschein, dann für Giant). Klausmann konnte nur 2008 von André Wagenknecht (661/Shimano/3E) geschlagen werden, wo ein technischer Defekt ihn um einen weiteren Sieg brachte. Austragungsorte der DM waren von 2003 bis 2009 in chronologischer Reihenfolge Bischofsmais, Todtnau, Bischofsmais, Bad Wildbad, Ilmenau, Tabarz und Bad Wildbad.

Erst 2010 wurde es wieder wirklich spannend, denn erstmalig gastierte das Rennen in Rittershausen. Bereits zum 16. Mal wurde ein Downhillrennen in dem kleinen hessischen Ort ausgetragen und bekannt war, dass auf dieser Strecke Klausmann bisher nur zweimal gewinnen konnte. Aber es kam wie es kommen musste, er war wieder auf den Punkt top fit und sicherte sich den Titel zum zwölften Mal. Bei den Frauen leitete Harriet Rücknagel (OnTheEdge) eine Wende ein, nahm den Titel mit nach Hause und scheint nun diejenige zu sein, die es zu schlagen gilt. Im Jahr 2011 schaffte dies in Bad Wildbad aber keine ihrer Konkurrentinnen. In der Klasse Elite Men hingegen musste Klausmann nach einem Sturz im Training das Rennen abbrechen und somit war der Weg frei für Benny Strasser (Mag41.de Racing). 2012 kehrte die DM zum wiederholten Mal nach Ilmenau zurück. Bei einem wirklichen Fest kam es auf der extra modifizierten Strecke unter den Augen und dem Getöse tausender Zuschauer zu einer kleinen Sensation in der Elite Men Klasse. Johannes Fischbach (Ghost), der gerade erst vom Fourcross zum Downhill gewechselt hatte und diese Saison zum Herantasten nutzen wollte, sicherte sich im Seeding Run die Bestzeit und ging somit als Letzter auf den Kurs. Bereits als er den ehemaligen Schanzenauslauf hineingeflogen kam war klar, das ist der neue Deutsche Meister und zwar absolut souverän! In der Elite Women Kategorie lies Harriet Rücknagel nichts anbrennen und machte den Triple perfekt.

Johannes Fischbach auf seinem Weg zum ersten Deutschen Meistertitel im Downhill Johannes Fischbach auf seinem Weg zum ersten Deutschen Meistertitel im Downhill

2013 ging es dann also wieder nach Bad Wildbad und bei bestem Wetter sicherten sich erneut Harriet Rücknagel (RAD-ART) und Marcus Klausmann (Ghost Factory) den Titel, wobei Klausmann seine Qualität mit 5 Sekunden Vorsprung auf den vorhergehenden Titelträger Fischbach unter Beweis stellte. Im letzten Jahr stand dann aber mal ein ganz neuer Veranstaltungsort auf dem Programm. Albstadt konnte sich zwar in den vergangen Jahren durch die mehrfache Austragung des Cross Country Weltcups einen Namen machen, aber im Bereich Downhill war es doch eher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Die Strecke des mit eher weniger Höhenmeter ausgestatteten Bikeparks wurde extra modifiziert und wie zu erwarten war, lieferten die Organisatoren ein ordentliches Rennen ab. In der Elite Men Klasse konnte diesmal Johannes Fischbach (RRP Ghost) die Revanche mit Klausmann erneut für sich entscheiden. Klausmann musste sich sogar nur mit dem dritten Platz zu frieden geben, da mit Janik Rebman (RV 1922 Bodelshausen) ein absoluter Newcomer ihm noch 2 Zehntelsekunden abnehmen konnte. In der Frauenklasse setzte Harriet Rücknagel ihre Serie fort und konnte nun bereits zum fünften Mal in Folge den Titel einfahren.

Wie man sieht, sind viele der Austragungsorte von der Bildfläche verschwunden, doch einige der ganz alten Veranstaltungsorte halten immer noch die Fahnen hoch. Tabarz, als ältestes Rennen Deutschlands, findet dieses Jahr seit längerem wieder zurück auf die internationale Bühne, Bad Wildbad wird sicherlich auch in naher Zukunft wieder im Rennkalender auftauchen und für die Ilmenauer ist die Ausrichtung eines Rennens Ehrensache. Und dass nun Todtnau wieder dieses prestigeträchtige Rennen austrägt, dürfte wohl überall auf eine absolut positive Resonanz stoßen.

Wie auch immer, jetzt ist es wieder soweit und die Geschichte der Deutschen Meisterschaft wird weiter fortgeschrieben. Die großen Favoriten sind gemeldet und somit werden am kommenden Wochenende alle Augen auf Todtnau gerichtet sein. Wir freuen uns auf dieses Ereignis.

Hier noch einmal die Chronik der Deutschen Meisterschaft Downhill:

Chronik DM

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