iXS GDC #6 2017 Thale

Rennbericht: Unerwarteter Ausgang

Der Brite Jack Reading wiederholt seinen Sieg in Thale, während Silas Grandy die Serienwertung für sich entscheidet. Bei den Frauen verteidigt Nina Hoffmann ihren Titel und ist somit erneut Seriensiegerin.

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Das letzte Rennen des iXS German Downhill Cups der 2017er Saison ist am vergangenen Wochenende in Thale über die Bühne gegangen. Damit war der im Harz gelegene Ort erneut Schauplatz für die letzten Kämpfe um Punkte der Gesamtwertung. Insgesamt standen in diesem Jahr sechs Rennen auf der Agenda. Angefangen hat die Saison, wie in den zurückliegenden Jahren, im Rahmen des iXS Dirt Masters Festivals in Winterberg. Danach stand der erste Auslandsstopp im österreichischen Brandnertal auf dem Programm, bevor es in Ilmenau gleichzeitig um die Titel der Deutschen Meisterschaft ging. Das vierte Rennen führte die Downhillgemeinschaft zum dienstältesten Rennen Deutschlands nach Tabarz. Anfang September ging es dann zum allerersten Mal in der Geschichte der Serie nach Klinovec in der Tschechischen Republik. Thale bildete also nun den Abschluss einer ereignisreichen Saison mit vielen unterschiedlichen Strecken.

Witch - GDC Thale 2017.jpg

Der Kurs im Harz ist zwar mit 2.300 Metern Länge und 230 Höhenmetern nicht der mit dem geringsten Höhenunterschied, aber trotzdem an einigen Stellen der flachste. Nichtsdestotrotz oder besser gerade deshalb, passt er perfekt in die Serie, denn Vielfalt ist gut und somit liefert das Gesamtergebnis ein perfektes Bild über die fahrtechnisch und konditionell fähigsten Athleten. Wer in Thale schnell sein will, muss nicht nur sein Sportgerät optimal im Griff haben, er muss eben auch körperlich absolut fit sein. Die richtige Linienwahl, späte Bremspunkte, die Kunst, möglichst viel Schwung durch jede Kurve mitzunehmen und eben auch das kraftvolle Beschleunigen sind hier die Zutaten des Rezepts für eine schnelle Zeit.

Die äußeren Bedingungen waren nach den Schlammrennen in Tabarz und Klinovec endlich mal wieder dem Anlass entsprechend. Und somit war auch dies eine umfassende Mischung in dieser Saison. Wer am Ende ganz oben in der Serienwertung stand, der musste wirklich bei allen Verhältnissen und bei unterschiedlichsten Streckenbedingungen eine solide Leistung abliefern. Angereist waren in allen Klassen einige, die sich noch Hoffnung auf den Gesamtsieg machen konnten. Und gerade die Jagd auf einen Podiumsplatz und somit den Eintrag in die Geschichtsbücher der Serie waren ein Garant für spannende Titelkämpfe.

Lift - GDC Thale 2017.jpg

Die Organisatoren haben wieder einmal viel Aufwand betrieben, um aus dem Rennen ein großartiges Fest und somit eine standesgemäße Abschlussveranstaltung zu bieten. Die Strecke wurde insbesondere im unteren Teil neu gelegt, so dass der extrem anstrengende Zielsprint des Vorjahres entfiel und den Zuschauern mit einem Wallride und einem gewaltigen Zielsprung die perfekte Action geboten wurde. Aber auch das Ringsherum war perfekt auf Besucher ausgerichtet. Das Renngeschehen konnte auf einer großen Videowand verfolgt werden, viele Stände luden zum Verweilen ein und wer am Abend noch einmal Gas geben wollte, der konnte sich bei den mittlerweile schon legendären Partys verausgaben.

Für die Sportler ging es am Freitag nach der Startnummernausgabe und der Streckenbegehung mit dem freien Training los, bei dem das Kennenlernen des Kurses und das Herantasten an den richtigen Speed die große Aufgabe war. Der Samstag begann dann wie üblich mit dem Pflichttraining, wobei es hier schon wichtig war, seine Kräfte gut einzuschätzen und nicht zu viele Läufe zu absolvieren. Wichtig war es nun, sich die Linien noch einmal genau einzuprägen, um sich dann im Seeding Run in eine gute Ausgangsposition für den Sonntag zu bringen. Einerseits wurde die Startreihenfolge festgelegt und andererseits wurden auch noch einmal wichtige Punkte für das Konto der Serienwertung vergeben.

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Seeding Run

Allerdings war in der Elite Men Klasse ein Fahrer der Schnellste, der mit dem Gesamtklassement nicht viel zu tun hatte und somit sicherlich dem einen oder anderen einen Strich durch die Rechnung machte. Wie bereits im letzten Jahr hatte Nicolai einen Fahrer des von ihnen unterstützten Teams One Vision Global Racing nach Thale geholt, der ziemlich gut auf dem Kurs zurechtkam. Der Brite Jack Reading brauchte 3:38.522 Minuten und setzte sich vor die drei Favoriten auf den Gesamtsieg.

Jack Reading war schon 2016 Sieger des Rennens. Jack Reading war schon 2016 Sieger des Rennens.

Silas Grandy (GER - GZ Rocky Mountain) landete auf Rang zwei, gefolgt von Benny Strasser (GER - GZ Rocky Mountain) und Rick Balbierer (GER - Giant Germany Off-Road Team). Damit lag Benny Strasser schon mal vorn und hatte zu Balbierer 31 Punkte Vorsprung und zu seinem Teamkollegen sogar 74. Somit waren alle drei Kandidaten für den Seriensieg und mussten am Sonntag alles geben.

In der Elite Women Klasse sicherte sich erwartungsgemäß Nina Hoffmann (GER - ERST Racing) die Bestzeit. Für sie blieb die Uhr bei 4:13.945 Minuten stehen, was ihr durch das Fehlen von Kim Schwemmer (GER - Herobikes) die Serienführung einbrachte.

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Finaltag

Der Sonntag begann dann wieder mit perfekten Bedingungen und somit stand einem spannenden Rennen mit vielen Zuschauern nichts im Weg. Schon in den lizenzfreien Klassen kam es zu harten und sehr engen Entscheidungen, so dass auch für die nachfolgenden Lizenzkategorien standesgemäße Wettbewerbe zu erwarten waren. Als erste Klasse waren die Masters an der Reihe.

Daniel Jahn hat auch 2016 das Rennen in Thale gewonnen Daniel Jahn hat auch 2016 das Rennen in Thale gewonnen

Daniel Jahn (GER - Nicolai Bikebauer) ließ nichts anbrennen und sicherte sich mit dem Tagessieg auch gleichzeitig die Serienführung. Daniel Brischke (GER - Propain Gravity Union) sicherte sich den zweiten Platz.

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Nachwuchskategorien

In der Klasse Pro U17 konnte Maxim Eichler (GER - Tretmühle) die Bestzeit einfahren. Zweitbester wurde Hannes Lehmann (GER - MRC Saracen Racing Team), der damit die Serienwertung für sich entscheiden konnte.

Marcel Merkeli legte in seiner ersten U!9 Saison ein solides Ergebnis hin Marcel Merkeli legte in seiner ersten U!9 Saison ein solides Ergebnis hin

Die U19 Klasse gewann in der Tageswertung Marcel Merkeli (GER - Propain Gravity Union), der sich mit knapp acht Zehntelsekunden vor Mika Hopp (GER - GZ Rocky Mountain Racing) einreihte. Wobei es aber für Hopp trotzdem reichte, sich Seriensieger 2017 nennen zu können. Florian Werres (GER - IK-Pivot Cycles Germany) verpasste seine Chance und musste sich durch einen zwölften Platz nur mit dem zweiten Gesamtwertungsplatz zufriedengeben.

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Elite Klassen

Die Elite Women Klasse dominierte Nina Hoffmann erneut und verteidigte damit ihren Serientitel. Die ehemalige Leichtathletin unterstrich damit, dass sie ganz klar die weibliche deutsche Hoffnung des Downhill Sports ist.

Nina Hoffmann ist erst in ihrem zweiten Elite Jahr. Nina Hoffmann ist erst in ihrem zweiten Elite Jahr.

Die 21-Jährige Studentin aus Saalfeld kam erst vor etwa drei Jahren zu dieser Disziplin und konnte seitdem schon eine beachtliche Karriere von der Hobbyklasse über einen Podestplatz im Europacup bis zur zweimaligen German Cup Gewinnerin in der Elite Women Klasse hinlegen. Dritte in der Serienwertung wurde Abigal Hogie, die bis zum Training von Thale sich noch Hoffnung auf den Titel machen konnte, dann aber mit einem Sturz ihre Saison beendete und mit Gipsarm ihren Pokal am Sonntag in Empfang nehmen musste.

Podium Overall Elite Women - GDC Thale 2017.jpg

In der Elite Men Klasse hingegen war das Ergebnis der Serienwertung nicht so ganz vorhersehbar. Zwar wurde Jack Reading erneut seiner Favoritenrolle gerecht und fuhr mit 3:41.109 Minuten die Bestzeit ein. Etwa drei Sekunden mehr benötigte Silas Grandy, was ihm aber trotzdem den zweiten Rang im Tagesergebnis einbrachte.

Podium Elite Men: Silas Grandy, Jack Reading, Jannik Abbou Podium Elite Men: Silas Grandy, Jack Reading, Jannik Abbou

Viel wichtiger war aber am Ende, dass sowohl Benny Strasser als auch Rick Balbierer nicht vorn reinfahren konnten und mit dem sechsten beziehungsweise 21. Platz nicht die wichtigen Punkte für die Gesamtwertung einfahren konnten. Silas Grandy hatte am Ende 674 Zähler auf seinem Konto und fast schon kurioser Weise Benny Strasser auch. Aufgrund einer Regel des Reglements zählte aber für die Entscheidung, wer nun den Serientitel bekam, das letzte Ergebnis. Somit konnte Silas Grandy den Platz als Sieger verlassen und Benny Strasser wurde Zweiter. Für Strasser war es schon die zweite bittere Entscheidung in diesem Jahr, denn auch bei der Deutschen Meisterschaft war es eine Regel, die ihm den Titel kostete. Dort wurde nämlich ein Junior Deutscher Meister, weil er die schnellste Zeit hatte, obwohl Strasser schnellster Elite Fahrer war.

Siegerehrung Elite Men Serienwertung: Strasser, Grandy, Balbierer (v.l.n.r.) Siegerehrung Elite Men Serienwertung: Strasser, Grandy, Balbierer (v.l.n.r.)

Thale hat wieder einmal bewiesen, wie man eine Veranstaltung so organisiert, dass eine angemessene Stimmung entsteht und unheimlich viele Zuschauer die Strecke säumten. Auch die Abendveranstaltungen sind mittlerweile legendär, auch wenn der eine oder andere Fahrer wohl eher hätte fernbleiben sollen. Thale hat auf jeden Fall wieder allen Beteiligten viel Spaß gemacht und somit bleibt zu hoffen, dass es beim Finale des Schweizer Cups in Bellwald ähnlich zugehen wird.

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