iXS GDC #3 in Ilmenau

Die Deutschen Meister stehen fest

Das wichtigste deutsche Downhill Rennen dieser Saison ist Geschichte. Bei einem wahrlichen Fest im thüringischen Ilmenau wurden an Raphaela Richter und Max Hartenstern die Titel der Deutschen Meister vergeben.

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Die Universitätsstadt Ilmenau war in diesem Jahr bereits zum dritten Mal Austragungsort der Deutschen Downhill Meisterschaft. Dieses wichtigste Rennen des Landes wurde im Rahmen des dritten Laufs des iXS German Downhill Cups ausgetragen. Das Rennen in Ilmenau mit dem bezeichnenden Namen „Absolute Abfahrt“ wird nicht zu Unrecht als Klassiker bezeichnet, schließlich war es in diesem Jahr bereits die 21. Auflage.

Über 500 Fahrer aus 12 Nationen gingen auf die zum großen Teil neue Strecke. Der Ausrichter „ILRC“ präparierte in wochenlanger Arbeit den Kurs von der Bobhütte bis in Gabelbachtal. Auch wenn die topographischen Eckdaten mit 1500 Metern Länge und 220 Höhenmetern nicht gerade beeindrucken, schaffen es die Streckenbauer Jahr für Jahr eine Piste zu liefern, die immer ein Garant für Spaß und Anspruch zu gleich ist. Einige Tonnen Erde wurden für die diesjährige Ausgabe in neuen Sprüngen, Anliegern und einem Waschbrett verbaut. Viel frischer Waldboden war die zweite Komponente, die das Herz der Teilnehmenden höherschlagen ließ. Aber nicht nur die Strecke ist der alleinige Grund, warum das Rennen bei vielen als beste Veranstaltung des Landes gelobt wird, auch die Zuschauer machen das Rennen besonders. Der ehemalige Schanzenauslauf oder aber auch die Fankurve sind so nirgends zu finden.

Schon im Seeding Run war die Fankurve gut besucht. Fahrer: Jasper Jauch Schon im Seeding Run war die Fankurve gut besucht. Fahrer: Jasper Jauch

Der Freitag startete wie gewöhnlich mit dem Track Walk, bei dem die Fahrer sich den Kurs schon einmal genau ansehen, um sich bereits mögliche Linien auszusuchen. Anschließend ging es zum ersten Training. Der Kurs präsentierte sich trocken, aber griffig. Leider kam es zwischendurch zu einer längeren Streckensperrung, weshalb der Ausrichter das Training um eine Stunde verlängerte.

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Am Samstag machten die Fahrer dann da weiter, wo sie am Vortag ausgehört hatten. 5 Stunden Training waren angesetzt und dies wurde auch ordentlich genutzt. Die Strecke veränderte sich zusehends, über 500 Fahrer hinterlassen eben ihre Spuren. Der nächtliche Regen hat natürlich sein Übriges dazu beigetragen. Das Wetter war weiterhin etwas unbeständig und so richtig konnte der Kurs nicht abtrocknen. Am Ende legten Jasper Jauch (GER - Santa Cruz Bicycles) und Sandra Rübesam (GER - Nukeproof Factory) die schnellsten Zeiten vor und gingen somit am Sonntag dann als Favoriten an den Start.

Sandra Rübesam © Racement / Sebastian Gruber Sandra Rübesam © Racement / Sebastian Gruber

Der Sonntag präsentierte sich dann wettertechnisch absolut meisterschaftswürdig und der Leitspruch „Ilmenau - Himmelblau“ bewahrheitete sich. Spätestens ab dem Mittag füllte sich der Zielbereich und auch an der Strecke fanden sich immer mehr Zuschauer ein. Ilmenau lieferte wieder die perfekte Kulisse für das hochwertigste Rennen Deutschlands.

Nachdem die Finalläufe der Open Kategorien ausgefahren wurden, kam die erste Kategorie mit DM Wertung. Erstmalig wurde die Masters 2 Klasse mit dem Meisterschaftstitel geehrt. Schnellster der über 40-Jährigen war Markus Bast (GER - Nicolai Bikebauer), gefolgt von Dennis Stratmann (GER - Rocky Mountain) und Heiko Hirzbruch (GER - West East Bike School). Die Masters 1 Klasse gewann Dominik Dierich (GER - Trek AmperRad), den man spätestens seit seinem Sieg des European Cups in Schladming auf dem Schirm haben musste. Daniel Jahn (GER - Nicolai BikeBauer) und Andreas Krieger (GER - Propain) komplettierten das Podest.

Andreas Krieger © Racement / Sebastian Gruber Andreas Krieger © Racement / Sebastian Gruber

In der Pro U17 Klasse gewann einer der Fahrer mit der wohl weitesten Anreise. Blake Ross (NZL - Revolution Products NZ) sicherte sich mit 2:09.771 Minuten die Bestzeit. Dahinter platzierte sich Hannes Lehmann (GER - MRC Saracen Racing Team) und hat damit die DM Medaille verliehen bekommen. Dritter wurde Erik Emmerich (GER - Propain Gravity Union).

Die nächste Klasse waren dann die Elite Women. Eigentlich hatten alle auf die zweimalige Deutsche Meisterin Sandra Rübesam gesetzt, aber es kam anders. Nur wenige hatten Raphaela Richter (GER - Radon Factory Racing) dieses Kunststück zugetraut, aber die Endurospezialistin bewies, dass sie auch im Downhill klarkommt und kann sich nun Deutsche Meisterin 2017 nennen. Mit 2:15.625 Minuten konnte sie eine Zeit vorlegen, die von keiner anderen unterboten werden konnte. Sandra Rübesam musste sich mit einem Rückstand von über einer Sekunde mit dem Vizetitel zufriedengeben. Nina Hoffmann (GER - ERTS Racing Team) belegte am Ende den dritten Rang.

Raphaela Richter könnte die neue deutsche Hoffnung im Downhill sein. Raphaela Richter könnte die neue deutsche Hoffnung im Downhill sein.

In der Juniorenklasse lieferte Max Hartenstern (GER - Cube Global Squad) eine Zeit ab, die für offene Münder im Zielbereich gesorgt hat. Als allererster Fahrer blieb er unter der Zweiminuten-Marke und mit 1:57.928 Minuten war er sogar knapp 6 Sekunden schneller als die Bestzeit des Vortages. Allerdings war Hartenstern mit seinem Lauf nicht wirklich zufrieden, da er wohl einige Fehler eingebaut hatte. Nichtsdestotrotz war ihm der Junioren DM-Titel schon mal sicher. Zweiter wurde Till Ulmschneider (GER - Sram Young Guns), gefolgt von Felix Krüger (GER - Sram Young Guns).

Max Hartenstern hat den Juniorentitel schon in der Tasche © Racement / Sebastian Gruber Max Hartenstern hat den Juniorentitel schon in der Tasche © Racement / Sebastian Gruber

Und dann war die letzte Startklasse an der Reihe. Einige wurden als Favoriten gehandelt. Angefangen vom Lokalmatador Rick Balbierer (GER - Giant Germany Offroad Team), über Silas Grandy (GER - GZ-Rocky Mountain Racing), der im Training immer richtig schnell aussah, bis hin zu Joshua Barth, der in letzter Zeit im Europacup oftmals bester Deutscher war. Johannes Fischbach (GER - Radon Factory Team) war zwar zum Rennen angereist, aber seine Schulterverletzung aus Lenzerheide ließ keinen konkurrenzfähigen Start zu und somit trat er am Sonntag nicht mehr an. Als einer der ersten Fahrer, der die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer genießen konnte, kam Dave Goris (GER - Giant Germany Offroad Team) in den Zielhang geflogen. Wie jedes Jahr schien seine Prämisse zu sein, den weitesten Sprung in den ehemaligen Schanzenauslauf hinzulegen. Und die Weitenschilder bescheinigten ihm einen Flug von über 25 Metern.

Dave Goris ist beim Ilmenauer Publikum bekannt für seine Zielsprünge.

Aber es ging am Ende um die Zeit und die erste Zeit, die die Zweiminutenmarke knacken konnte, legte Benny Strasser (GER - GZ-Rocky Mountain Racing) hin. Er brauchte für den zuschauergesäumten Kurs 1:58.093 Minuten. Danach fehlten nur noch 5 Fahrer. Als Nächster kam Oscar Härnström (SWE - Exceptio Sport Commencal), der aber sich knapp 2 Sekunden dahinter einreihte. Dann kam Rick Balbierer mit einem riesen Satz reingeflogen, aber auch er lag über zwei Minuten. Nun also hatten es nur noch drei Fahrer in der Hand. Joshua Barth war nun dran. Er kam zwar knapp unter zwei Minuten, aber reihte sich erstmal hinter Strasser ein. Dann kam also Silas Grandy. Der 20-Jährige konnte sich noch vor Barth setzen, aber auch nur knapp. Nun war nur noch der Vortagesschnellste nicht im Ziel. Alle Augen waren nach oben gerichtet und wer bei den letzten Fahrern aufgepasst hatte, wusste, dass als er zu sehen war, es wohl möglich sein würde. Doch die Anzeigetafel offenbarte ein kleines Plus von nur neun Zehntelsekunden. Damit stand fest, Benny Strasser war Sieger des Rennens in der Elite Klasse, aber Max Hartenstern ist der neue Deutsche Meister. Zweiter in der Elite Klasse war dann am Ende also Jasper Jauch, als Dritter reihte sich Silas Grandy ein.

Die Deutschen Meister 2017 Die Deutschen Meister 2017

Die 25. Deutsche Meisterschaft war ein Rennen, welches an Spannung kaum zu übertreffen war und auch die Atmosphäre in Ilmenau war wieder einmal beispielhaft.

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